Wie die NürnbergMesse ihre KI‑Abteilung und gruppenweite KI‑Roadmap etabliert hat
Aus mehreren Eigeninitiativen ist innerhalb von 1,5 Jahren die Abteilung AI & Data geworden. Die NürnbergMesse hat heute eine KI-Roadmap, baut ein Netzwerk von AI Champions mit fest zugesagter Zeit auf und plant KI von Anfang an in ihre großen Prozessprojekte ein.
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Über das Unternehmen
Die NürnbergMesse Group veranstaltet Fachmessen und Kongresse in Nürnberg und weltweit. Mit Tochtergesellschaften unter anderem in Brasilien, China, Griechenland, Indien, Italien und Nordamerika bringt sie Branchen aus aller Welt zusammen. Rund 1.200 Mitarbeitende arbeiten für die Gruppe.
rund 1.200
Mitarbeitende in der Gruppe
Ausgangssituation
KI war bei der NürnbergMesse früh im Einsatz, aber ohne Rahmen. Auf den Messebühnen wurden Vorträge live ins Englische übersetzt, für die Fachwebsites entstanden erste Chatbots. Wer im Haus mit KI arbeitete, tat das freiwillig und neben dem Tagesgeschäft. Niemand hatte den Auftrag, sich um das Thema zu kümmern, und niemand hatte Zeit dafür. Schulungen für Führungskräfte gab es noch nicht.
Viele Unternehmen kennen diese Lage: Die Anwendungen sind da, einige Engagierte treiben sie, aber das Thema hat keinen festen Ort in der Organisation.
Einer dieser Engagierten war Boris Schachschneider, damals Abteilungsleiter im Marketing und dort zuletzt für die Digital Unit verantwortlich. Als Ende 2022 ChatGPT erschien, war ihm klar, dass sich die Arbeit im Marketing grundlegend verändern wird. Er las sich ein, verfolgte Anwendungsfälle und brachte KI in sein Team, das mit Microsoft Copilot arbeitet. Bald stand für ihn eine größere Frage im Raum: Wie bringt man KI professionell in eine ganze Organisation?
Was wir zusammen gemacht haben
Mit dieser Frage kam Boris Schachschneider ins AI Collective. Was er dort lernte, steckt heute in den Schulungen, der Arbeitsweise und dem Champion-Programm der NürnbergMesse. Den Wert beschreibt er in drei Säulen:
Expertensessions. Jeden Freitag zeigten Expertinnen und Experten, was mit KI möglich ist. Daraus kamen immer wieder Ideen für die eigene Arbeit.
Schulungen und Vorlagen. Die interne Basisschulung der NürnbergMesse baut auf den Schulungen der Lernplattform des Collective auf. Viele Inhalte und Folien hat das Team übernommen und ins eigene Corporate Design gebracht, statt sie neu zu entwickeln. Das hat viel Zeit gespart.
Das Netzwerk. Im Collective tauschen sich Unternehmen aus, die vor denselben Fragen stehen: Was hat bei anderen funktioniert, welche Fehler muss man nicht selbst machen? Je weiter die NürnbergMesse selbst kam, desto wertvoller wurde dieser Austausch.
Zwei Erkenntnisse aus dem Collective hat die NürnbergMesse direkt umgesetzt.
Die erste: KI lernt man, indem man sie nutzt. Das zeigt sich im Alltag. Wenn Kolleginnen und Kollegen fragen, wie sie ihr Kontextprofil für Copilot anlegen sollen, mit Tonalität und Firmenprofil, lautet die Antwort: Lass dich von der KI durch die Aufgabe führen. Die Rückmeldung danach: Die KI hat sie Schritt für Schritt durchgeführt.
Die zweite prägt das AI-Champions-Programm, über das die NürnbergMesse Use Cases aus den Fachbereichen holt. Viele solcher Programme starten mit großer Begeisterung und verlieren nach drei bis sechs Monaten an Fahrt, weil im Tagesgeschäft die Zeit fehlt. Bei der NürnbergMesse wird deshalb niemand AI Champion, bevor die eigene Führungskraft mindestens zwei Stunden pro Woche dafür zusagt. Bisher hat jede Führungskraft zugesagt. Die Champions bekommen Schulungen und Wissen und sind im Gegenzug verpflichtet, regelmäßig Use Cases einzubringen.
Was heute anders ist
KI hat bei der NürnbergMesse heute eine feste Heimat, einen Plan und einen Platz in den großen Projekten.
Eine eigene Abteilung.
Seit dem 1. Februar 2026 gibt es die Abteilung AI & Data, geleitet von Boris Schachschneider. KI und Daten liegen damit in einer Hand. Das passt zu einer Lehre aus der Praxis: Wenn die Daten nicht stimmen, trägt keine KI-Lösung. Gemeinsam mit dem Data Team baut die Abteilung gerade die KI-Architektur des Hauses auf.
Eine KI-Roadmap für die Gruppe.
Die Roadmap verbindet zwei Seiten: Befähigung und persönliche Produktivität in der Breite, und große Projekte, die Abläufe grundlegend verändern. Sie ist die Grundlage der KI-Strategie, die im Management Board vertreten wird.
KI von Anfang an im Prozess.
Seit dem 13. Februar 2026 setzt die NürnbergMesse den gesamten Weg ihrer Besucher und Aussteller neu auf, vom ersten Kontakt an. Das KI-Team ist von Beginn an dabei, und die Fachbereiche holen es selbst dazu. Statt fertige Prozesse nachträglich mit KI zu ergänzen, wird KI gleich mitgedacht. Ein zweites Projekt für Einkauf und Angebotswesen ist für 2026 geplant.
Champions mit Commitment.
Das AI-Champions-Programm ist im Rollout, mit fest zugesagter Zeit und klaren Erwartungen an beide Seiten.
„Im AI Collective habe ich gelernt, wie man KI wirklich in eine Organisation bringt. Die Expertensessions haben mir immer wieder gezeigt, was möglich ist. Die Schulungen haben mir beim Aufbau unserer eigenen Trainings viel Zeit gespart. Und im Austausch mit den anderen habe ich gesehen, welche Fehler wir nicht selbst machen müssen. Ohne das Collective wären wir heute nicht so weit.“
Was ihr davon mitnehmen könnt
KI braucht jemanden, der vorangeht, und einen Rahmen, der diese Person trägt: eine eigene Einheit, eine Roadmap und einen Platz in den großen Projekten. Wer Champions einsetzt, sollte ihre Zeit vorher mit der Führungskraft festmachen, sonst verliert das Programm im Tagesgeschäft an Fahrt.
Was bei NürnbergMesse geklappt hat, geht auch bei euch.
- Ihr wählt aus, wen ihr ausbilden wollt
- Angebot und Programm-PDF kommen per Mail
- In 30 Minuten gehen wir alles durch und legen den Start fest
Wen wollt ihr ausbilden?
- Zertifikat für jede Person
- Für die KI-Kompetenzpflicht nach EU AI Act
- Arbeiten in eurem freigegebenen KI-Tool
- Unabhängig: Langdock, Copilot, Gemini, Claude