Wie ABUS Kransysteme KI in einem halben Jahr in den Arbeitsalltag gebracht hat

Vom Kickoff mit den Führungskräften zu 258 aktiven Nutzerinnen und Nutzern, 43 Use Cases aus den Fachbereichen und einem Plan für die ganze Belegschaft.

Branche
Hersteller von Krananlagen
Mitarbeitende
rund 1.400
Programme
Plattform und KI-Richtlinie, Führungskräfte-Kickoff und -Training, Ausbildung von 16 KI-Expertinnen und -Experten, Adoptionsplan
Zeitraum
seit Januar 2026

Über das Unternehmen

ABUS Kransysteme ist ein inhabergeführter Hersteller von Krananlagen aus Gummersbach, gegründet 1965. Das Unternehmen entwickelt, produziert, vertreibt und wartet Hallenkrane und Komponenten für Industriekunden. Rund 1.400 Mitarbeitende arbeiten in Deutschland und in den europäischen Tochtergesellschaften.

  • 1965

    gegründet, inhabergeführt

  • rund 1.400

    Mitarbeitende

Ausgangssituation

Vor dem Projekt war KI bei ABUS Sache weniger Pioniere: Einzelne Teams arbeiteten mit einem intern betriebenen KI-Chat, rund 80 Personen nutzten ihn. Eine gemeinsame Plattform, klare Regeln und ein Vorgehen für die Fachbereiche gab es noch nicht.

Die Geschäftsführung wollte das ändern, aus handfesten Gründen: mehr Produktivität aus dem bestehenden Team, Antworten auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel, und eine Plattform, auf der alle sicher mit KI arbeiten. Inhaber und Geschäftsführer Michael Bühne hat die KI-Projektleitung selbst übernommen. Das Signal war klar: KI ist bei ABUS ein Thema der Unternehmensführung, kein IT-Projekt.

Was wir zusammen gemacht haben

  1. Die Zusammenarbeit begann im Januar 2026. AI FIRST hat ABUS in drei Schritten begleitet: das Fundament legen, die ersten Menschen aktivieren, den Weg in die Breite planen.

  2. Fundament: Plattform und Regeln. AI FIRST hat mit ABUS vier KI-Plattformen gegen die Anforderungen des Unternehmens getestet. Die Wahl fiel auf Langdock. Parallel entstand eine KI-Richtlinie, die festlegt, was erlaubt ist, damit niemand aus Unsicherheit auf KI verzichtet.

  3. Führungskräfte zuerst. AI FIRST hat rund 55 Führungskräfte in das Programm eingeführt: was geplant ist, wie ABUS KI denkt und welche Rolle sie dabei spielen. Im zweiten Teil haben Führungskräfte und die künftigen KI-Expertinnen und -Experten gemeinsam die Aufgaben gesucht, bei denen KI im eigenen Bereich am meisten bringt.

  4. 16 KI-Expertinnen und -Experten. In sechs Live-Modulen hat AI FIRST Mitarbeitende aus den Fachbereichen ausgebildet: Prompting und eigene No-Code-Lösungen in Langdock, immer an eigenen Aufgaben. Ende Mai folgte vor Ort eine Use Case Discovery, Anfang Juni ein ganztägiger Hackathon, in dem die Teilnehmenden Lösungen für ihre Teams gebaut haben. In vier Wochen Coaching hat AI FIRST die Prototypen bis zum Einsatz im Tagesgeschäft begleitet.

  5. Führungskräfte-Training und laufende Begleitung. In zwei Trainings vor Ort haben die Führungskräfte KI für ihre eigene Arbeit aufgesetzt: mit einem Kontextprofil, einem persönlichen Agenten, der 1:1-Gespräche vorbereitet und Entscheidungen hinterfragt, und Quick Wins für ihr Team. Die KI-Expertinnen und -Experten begleitet AI FIRST seitdem alle zwei Wochen.

    Das KranHaus von ABUS Kransysteme in Gummersbach
  6. Plan für die ganze Belegschaft. In einem Workshop hat ABUS mit AI FIRST einen Adoptionsplan bis Ende 2026 erarbeitet. Die Grundlage waren die eigenen Erfahrungen aus der Asana-Einführung, die ABUS auf KI überträgt, und das Adaption-Playbook von AI FIRST mit erprobten Formaten für Kommunikation, Aktivierung und Steuerung.

Was heute anders ist

Aus rund 80 Pionieren wurden in den ersten drei Monaten auf der neuen Plattform 258 aktive Nutzerinnen und Nutzer.

Von April bis Juni 2026 haben 279 Mitarbeitende Zugang zu Langdock erhalten, 258 davon nutzen es aktiv. Die Zahl der Anfragen stieg von rund 13.000 im April auf rund 19.500 im Juni. Bis Anfang Juli sind im Arbeitsbereich 195 Agenten und 82 Workflows entstanden.

  • KI arbeitet in den Systemen, in denen ABUS ohnehin arbeitet.

    Langdock ist mit Confluence, Asana, SharePoint, OneDrive und Outlook verbunden.

  • Die Fachbereiche bauen ihre Lösungen selbst.

    Aus den Teams der KI-Expertinnen und -Experten sind 43 dokumentierte Use Cases entstanden. Stand Juli 2026 laufen 20 davon im Tagesgeschäft, 11 weitere sind in Umsetzung. Fast 40 Prozent kommen aus dem Vertrieb.

  • Protokolle und Memos:

    Ein Skill in der Geschäftsführung macht aus Notizen standardisierte Protokolle und Memos, nach Schätzung des Teams rund 20 Stunden Entlastung pro Woche.

  • Projektstatusberichte:

    Ein Agent erstellt die Statusberichte für 124 laufende Projekte. Jeder Bericht kostete vorher nach Schätzung 10 bis 30 Minuten.

  • Montageplanung:

    Ein Assistent hilft rund 15 Projektplanern, die passenden Montagehilfsmittel auszuwählen, mit einer einheitlichen Entscheidungsvorlage für alle Planer.

  • Facility Management:

    Ein Preisspiegel-Assistent macht aus PDF-Angeboten eine vergleichbare Übersicht.

Die KI-Expertinnen und -Experten trauen sich die Umsetzung selbst zu.

Vor und nach der Ausbildung haben sie ihre Fähigkeiten selbst eingeschätzt. Am stärksten stieg die Einschätzung bei der Frage, ob sie einen Anwendungsfall eigenständig umsetzen können: von 2,5 auf 4,3 von 5 Punkten, ein Plus von 68 Prozent.

„Wir wollten KI nicht als IT-Projekt einführen, sondern so, dass unsere Leute damit ihre eigene Arbeit besser machen. AI FIRST hat uns dafür ein Vorgehen gegeben, das wir nicht selbst erfinden mussten: erst die Führungskräfte, dann unsere KI-Expertinnen und -Experten, dann die Use Cases direkt aus den Abteilungen. Nach drei Monaten arbeiten über 250 Kolleginnen und Kollegen mit KI, und über 40 Use Cases kommen aus unseren eigenen Teams, 20 davon laufen schon im Tagesgeschäft.“

Michael BühneInhaber und Geschäftsführer, ABUS Kransysteme

Was ihr davon mitnehmen könnt

  • Macht KI zur Sache der Führung. Bei ABUS hat der Inhaber die KI-Projektleitung selbst übernommen, und die Führungskräfte waren die Ersten im Programm. Das hat allen gezeigt, dass es kein IT-Projekt ist.
  • Lasst die Fachbereiche selbst bauen. Bildet Menschen aus den Teams aus und lasst sie an ihren eigenen Aufgaben arbeiten. So entstehen Lösungen, die im Tagesgeschäft laufen, statt Beispiele, die im Training bleiben.
  • Nutzt, was ihr schon könnt. ABUS hat die Erfahrungen aus der Asana-Einführung auf KI übertragen. Auch ihr habt schon einmal ein neues Werkzeug in die Breite gebracht, darauf lässt sich aufbauen.

Was bei ABUS Kransysteme geklappt hat, geht auch bei euch.

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