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KI-Prognosen 2026

Über Peaks, AI-First Challenger, eine Renaissance und die Arbeit, die uns bevorsteht.

4.1.2026
in
Horizont
Felix Schlenther
Felix ist der CEO und Gründer der Unternehmensberatung AI FIRST. Jede Woche erkundet er die Grenzen der AI in praxisnahen Beiträgen und in seinem Podcast AI FIRST.

Herzlich Willkommen zu den AI FIRST Insights!


Ich wünsche Dir ein frohes, neues Jahr 2026 und hoffe, dass du einen richtig guten Start hattest.


Über die freien Tage habe ich mir mal wieder meine Prognosen für das letzte Jahr vorgenommen und mich gefragt, was KI in 2026 wohl bringen wird.


Im Ergebnis habe ich 12 Prognosen runtergeschrieben, die sich alle sehr wahr anfühlen...bis ich sie mir in 12 Monaten wieder anschauen werde :)


Geht 2026 genauso verrückt weiter?

Kommt der ganz große Durchbruch?

Werden alle KI-Blasen und Träume platzen?

Unten gibt's meine Gedanken.


Los geht's!



Review Prognosen 2025

Lasst uns zuerst einen Blick auf meiner Prognosen des letzten Jahres werfen und meine Orakel-Fähigkeiten prüfen.

Mit einer Prognose lag ich schonmal richtig und zwar, wie 2025 in einem Bild aussieht:



Und wie richtig lag ich mit meinen anderen Prognosen? :)


Unter 3% der deutschen Unternehmen setzen KI-Agenten ein. ✅ ❌

Gartner berichtet <5% weltweite aufgabenspezifische Nutzung von KI-Agenten in 2025. McKinsey wiederum, dass 23% der befragten Unternehmen KI-Agenten in einem Bereich einsetzen.

Wahrscheinlich liegt die Wahrheit dazwischen, was jedoch ernüchternd für "das Jahr der KI-Agenten" sein sollte.


2.500 offene Stellen für "AI Manager" auf Indeed am 31.12.2025. 

Diese Suche zeigt über 4.000 offene Jobs in Deutschland an. Die gleiche Suche hatte vor einem Jahr nur 10% der Ergebnisse gezeigt. Auch wenn in den Jobs zT auch Entwickler zu finden sind, so sieht man doch einen klaren Trend, dass immer mehr Unternehmen Management-Rollen im KI-Bereich besetzen.


10-facher Anstieg der KI-Upskilling Budgets bleibt ohne Effekt. 

2024 war meine Prognose, dass viele Unternehmen den Compliance-Haken für den EU AI Act setzen wollen, aber nicht in nachhaltigen Aufbau von KI-Kompetenzen investieren.

Ich konnte leider keine belastbaren Daten finden, die meine Prognose belegen oder widerlergen. Zu unseren Kunden zählen jedoch zunehmend Unternehmen, die den schnellen Weg versucht haben, gescheitert sind und jetzt in eine nachhaltige Strategie investieren.


"Sicherer Umgang mit ChatGPT & Co." wird Standard in Stellenausschreibungen neben Excel und Powerpoint. 

Hier lag ich anscheinend total daneben. Ich habe stichprobenartige 20 Stellenausschreibungen im Vertrieb, Marketing und Customer Success durchsucht (also alles Bereiche mit hohem KI-Einfluss). In keiner einzigen Ausschreibung zählte KI-Kompetenz zu den Anforderungen. Vielleicht ist es auch einfach noch zu früh?!


Das AI-First Prinzip setzt sich durch. 

Tobias Lütke (Shopify), Luis von Ahn (Duolingo) und Aaron Levie (Box) waren die drei prominentesten CEOs, die 2025 eine AI-First Strategie ausgerufen haben. In allen Memos wurde die Notwendigkeit der konsequenten Integration von KI in Arbeitsweisen, Prozesse und die Produkte als zentraler Faktor der Wettbewerbsfähigkeit genannt.


Außerdem schlug die Akquisition von Base44 durch Wix für 80m$ große Wellen, da der Gründer das Unternehmen alleine mit KI innerhalb von nur 6 Monaten aufbaute.



Prognosen 2026

Ich freue mich auf das KI-Jahr 2026 so sehr, wie noch nie zuvor.


Generative KI durfte in den letzten Jahren reifen, Nutzer konnten experimentieren, Anwendungen haben sich auf den Modellen entwickelt, Unternehmen haben sich auf den Weg gemacht und viele Lernschleifen gedreht (zumindest einige).


Wir durften alle viel darüber lernen, was (nicht) funktioniert und wie wir KI in die produktive Anwendung in Arbeitsroutinen, Prozessen und Produkten bringen.


Ich würde also sagen: es ist angerichtet.


2026 gibt's keine Ausreden mehr dafür, dass die Technologie noch nicht soweit ist, dass Tools noch nicht das können, was sie müssten oder dass erstmal die KI-Richtlinie geschrieben werden muss.


2026 kühlt der Hype ab, der Lärm wird leiser und die echte Arbeit der KI-Integration nimmt in der Breite Fahrt auf.

Das sind meine 12 Prognosen für 2026:

1.  Peak KI-Chatbots:

Die Nutzungszahlen in KI-Chatbots erreichen ihren Höhepunkt, da immer mehr Arbeitsabläufe an integrierte KI-Agenten in Software ausgelagert werden. Chatbot-Anbieter erweitern das Prompt-Fenster um zusätzliche Eingabe-Parameter.


(Chatbots waren ein großartiger Weg, um KI vielen Menschen zugänglich zu machen. Der Weg nach vorne ist jedoch nicht "KI beantwortet mir Fragen", sondern "KI macht Dinge für mich". Dafür sind Chatbots als Oberfläche nur bedingt geeignet, werden jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau genutzt. Tools zum Bauen von KI-Agenten und integrieren mit Drittsystemen werden wichtiger. Außerdem kommen mehr out-of-the-box Consumer Agenten.)


2. KI wird zum integrierten Process-Worker:

McKinsey berichtet den Einsatz von KI-Agenten in >50% aller Fachbereiche.


(Leistungsfähigere Modelle, vereinfachte Systemintegration und umfangreiche Monitoring-Funktionen werden KI-Agenten vom Assistenten zur echten Prozess-Arbeitskraft in Bereichen wie Vertrieb, Marketing, Support, Legal, Admin und IT machen. Wichtig: Das wird nicht einfach so passieren. Nur Unternehmen mit vorangegangener Investition in Prozesse, Daten und IT-Landschaft werden das Potenzial heben.)


3. Excel und Powerpoint geknackt:

Microsoft launched den ersten KI-Agenten, der zuverlässig Excel-Dateien auswerten und Powerpoint-Dateien erstellen kann.


(Vor der Meta-Akquisition hatte ich eigentlich auf Manus als 1. Agenten getippt, der die Verarbeitung von Excel- und Powerpoint zuverlässig knackt. Da ich jetzt nicht mehr daran glaube, dass Manus als alleinstehendes Produkt weiter existieren wird, setze ich tatsächlich auf Microsoft.)


4. AI-First Disruption:

Eine AI-First Kanzlei oder Unternehmensberatung macht Schlagzeilen, da sie die gleiche Leistung für 10% des marktüblichen Preises anbietet.


(Der Start-Up Accelerator Y Combinator hat 2025 angekündigt, dass sie vermehrt nach Gründern suchen, die nicht die nächste "KI-Software für Steuerberatungen" bauen, sondern einfach direkt die nächste AI-First Steuerberatung. 2026 sehen wir die ersten wirklich disruptiven KI-Ansätze in Service-Industrien.)


5. Neues Agentur-Modell:

Prozess- und Wissensmanagement-Agenturen sprießen aus dem Boden und helfen beim Umbau des Mittelstands für das KI-Zeitalter.


(Viele bestehende Agentur-Modelle werden meiner Meinung nach nicht in gleicher Anzahl und Größe bestehen können, weil KI einen immer größeren Anteil der Arbeit direkt in das Unternehmen verlagert oder schneller erledigt wird. Einer der größten Flaschenhälse der KI-Transformation ist jedoch das Fehlen von Prozessen und dokumentiertem Wissen. In diese Lücke werden einige Agenturen pivotieren.)


6. Live Renaissance:

Zunehmender AI Slop und Vertrauensverlust senkt die Social Media Nutzung im Vergleich zu 2025, zeitgleich wachsen Live-Streaming-Plattform wie Twitch doppelt so stark.


(Ich beobachte an mir selbst, dass ich immer weniger Interesse an LinkedIn und Co. habe, weil die Qualität der Inhalte im Schnitt sinkt, da die Eintrittshürde für Content-Erstellung extrem niedrig liegt. Parallel sehe ich noch zu wenig Moderation von schlechten / falschen Inhalten seitens der Plattformen. Eines meiner Ziele für 2026 ist daher mehr auf Long-Form Video Inhalte und Live-Formate zu gehen.)


7. Peak OpenAI:

Die Bewertung erreicht ihren Peak und der Börsengang muss verschoben werden nachdem >20% der Nutzer an Google, Anthropic und Microsoft abgewandert sind.


(Ich sehe einfach kein Szenario in dem OpenAI gewinnen kann. ChatGPT hat keinen Lock-In und lässt Nutzer einfach zu Gemini & Co. wechseln, das Enterprise Produkt ist nicht wettbewerbsfähig und es fehlt die Integration in die Office-Produkte, die Modelle sind keine echte Differenzierung. Ich wünsche mir einen weiterhin starken Wettbewerb, aber glaube, dass OpenAI am stärksten verlieren wird. )


8. Das Ende von Perplexity:

Perplexity's fehlender Burggraben wird überrannt und das Unternehmen schließlich für <5 Mrd. $ an Apple verkauft.


(Perplexity ist noch viel schlechter dran als OpenAI. Die einst überlegene Suchfunktion ist kein echter Wettbewerbsvorteil mehr. Die Aktivitäten in Indien und der Paypal-Deal wirkten auf mich wie Verzweiflungstaten, um irgendwo ein Nutzer-Wachstum aufzeigen zu können. Ich kann mir vorstellen, dass Apple zuschlägt, um das KI-Team zu kaufen und den KI-Agenten in Safari und Siri zu integrieren.)


9. Vibe Coding wird erwachsen:

Vibe Coding wird erwachsen als ein mit Cursor entwickeltes Produkt für 100m$ akquiriert wird.


(2025 hat ein Vibe-Coding Solo-Gründer das Unternehmen Base44 für 80m$ nach 6 Monaten verkauft. Coding-Agenten werden noch deutlich besser werden und die Entwicklung erfolgreicher Produkte durch Nicht-Techies möglich machen.)


10. Peak Mitarbeiter:

Alle Big Tech Unternehmen (Google, Meta, Amazon, Apple, Microsoft) schrumpfen > 10% in der Mitarbeiterzahl. Entlassungen in traditionellen Branchen steigen ebenfalls im Vergleich zu 2025.


(Das ist lediglich eine Konsequenz der fortschreitenden KI-Integration und Delegation von Aufgaben an KI-Agenten. Insbesondere große Organisationen mit vielen Overhead-Funktionen werden die Effizienzgewinne realisieren und Teams verkleinern. In kleinen Unternehmen glaube ich eher an den Produktivitätsanstieg aus dem bestehenden Team heraus.)


11. Niemand kauft KI-Amulette:

Alle AI-Devices floppen, egal ob Stift, Amulett, Karte oder eine 2. Generation der Apple-Brille. Aber: Google kündigt nach dem Fail in 2015 eine Neuauflage der Google Glasses für 2027 an und löst einen riesigen Hype aus.


(Ich bin 110% davon überzeugt, dass die nächste Computing-Plattform eine Brille sein wird und jegliche Bildschirme in unserem Leben ablösen wird. Nichts anderes macht Sinn. Google ist mit Gemini am besten positioniert, um die Intelligenz in die Brillen zu bringen, wird jedoch noch mehr Zeit benötigen, um einen 2. Fail zu vermeiden.)


12. KI-Agenten kaufen nichts ein:

Der Anteil generierter Checkouts durch KI-Agenten liegt weltweit bei <0,0001%, weil niemand seinem Agenten eine Kreditkarte gibt und ausreichend vertraut. KI spielt jedoch in der Discovery eine zunehmende Rolle und wir werden immer mehr integrierte Checkouts in unserem Chatbot erleben.


(Ich kenne bisher wirklich niemanden, der irgendetwas von einem KI-Agenten buchen lassen hat :) )


Egal wie 2026 verlaufen wird: Wir haben schon jetzt alles, um mit KI bessere Arbeit zu machen.


P.S. Wer die Prognosen auf der Tonspur hören möchte, kann mich hier im State of Process Automation Podcast hören.

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