
#4Wie Deutschland zur KI Nation wird
Intro
In dieser Folge des AI FIRST Podcast spricht Felix Schlenther mit Fabian Westerheide über Deutschlands Zukunft als KI-Nation – oder das Fehlen derselben. Fabian ist Gründungspartner bei Rise of AI Fund, Veranstalter der gleichnamigen Konferenz und Autor des Buches "KI-Nation". Er zeichnet ein schonungslos ehrliches Bild: Deutschland ist "faul und arrogant" geworden, lebt von Erfindungen aus dem Kaiserreich und riskiert den kompletten Anschluss an die technologische Zukunft. Während die USA und China Milliarden in KI investieren, diskutiert Deutschland über Migranten statt über Zukunft. Fabians Analyse ist unbequem, aber notwendig – denn ohne radikale Umkehr droht Deutschland zur "zweiten Liga" abzusteigen.
Inhaltsübersicht
- Was eine KI-Nation ausmacht und warum Deutschland keine ist
- Deutschlands kritische Position im globalen KI-Wettbewerb zwischen USA und China
- Die fünf Säulen einer KI-Nation: Bildung, Infrastruktur, Politik, Finanzierung und Entbürokratisierung
- Warum GPU-Kapazitäten in Europa fehlen und was das bedeutet
- Der deutsche Verwaltungsstaat als größtes ungenutztes KI-Potenzial
- Investitionslücken und die Verantwortung vermögender Deutscher
- Konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Einzelpersonen
- Die Zukunft der KI: Agentensysteme und multimodale Schnittstellen
- Mögliche Szenarien für Deutschlands Zukunft: Niedergang, zweite Liga oder radikale Transformation
- Taiwan-Krise als unterschätztes Risiko für die deutsche Wirtschaft
Über den Gast
Fabian Westerheide ist Gründungspartner bei Rise of AI Fund und eine der profiliertesten Stimmen der deutschen KI-Szene. Seine Karriere begann früh bei Top-VCs wie Team Europe und Point9 Capital. 2014 gründete er Asgard Capital, mit dem er primär in B2B-KI-Unternehmen investiert. Mit der jährlichen Rise of AI Konferenz hat er eine der führenden KI-Veranstaltungen Deutschlands etabliert. Sein kürzlich erschienenes Buch "KI-Nation" ist ein Weckruf an Politik und Wirtschaft. Neben seiner Investorentätigkeit berät Fabian informell Bundesregierung, Bundestag und Großkonzerne – nicht als klassischer Berater, sondern als "Instanz davor", die Mindsets öffnet und für die Dringlichkeit von KI sensibilisiert.
Detaillierte Zusammenfassung
Deutschland im KI-Wettbewerb: Abgehängt zwischen Supermächten
Fabian definiert eine KI-Nation als Land, dessen Wertschöpfung maßgeblich auf der aktuellen Zukunftstechnologie basiert. Das Ziel: einen Großteil der Wertschöpfungsgewinne im eigenen Land zu behalten und zu produzieren. Finnland beispielsweise geht davon aus, dass 30 Prozent seines BIP von KI erwirtschaftet wird. Deutschland hingegen befindet sich in einer prekären Lage: "Deutschland wird jeden Tag etwas ärmer, weil Technologie Wohlstand generiert und nicht mehr Arbeitskraft."
Die globale KI-Landschaft wird von zwei AI-Superpowers dominiert: USA und China. Die Chinesen investierten ab 2016 170 Milliarden Dollar in KI, während Deutschland zu diesem Zeitpunkt ein KI-Budget von 500.000 Euro hatte. Die Merkel-Regierung reagierte mit der Ankündigung von 5 Milliarden Euro – doch das Geld wurde größtenteils umgewidmet und für Energieprojekte ausgegeben. Die Rot-Grüne Koalition stempelte bestehende Programme um und vergab Gelder neu, was zu fehlender Planungssicherheit führte.
Fabian beschreibt Deutschland als ein Land, das von "Wohlstandsverwahrlosung" geprägt ist. Die DAX-Konzerne – mit Ausnahme von SAP – basieren größtenteils auf Erfindungen aus dem Kaiserreich oder der Nachkriegszeit. Die deutsche Industrie lebt von den Früchten dieser Epochen, ohne ausreichend in Innovation zu reinvestieren. "Wir sind fett und faul geworden als Gesellschaft", konstatiert Fabian. Die Automobilkonzerne bekommen gerade die Rechnung für diese Arroganz.
"Deutschland wird jeden Tag etwas ärmer, weil Technologie Wohlstand generiert und nicht mehr Arbeitskraft."
Die fünf Säulen einer KI-Nation
Bildung: Die Grundlage für alles
Bildung ist für Fabian die wichtigste Säule. Deutschland müsse massiv investieren – von Kindergärten über Schulen bis zu Hochschulen. Es gehe nicht nur um digitale Kompetenzen, sondern auch um Soft Skills wie Empathie und Teamfähigkeit. Fabians Vision: Sein neugeborener Sohn soll sowohl Programmiersprachen wie Python und PHP beherrschen als auch wissen, wie man ein Feuer macht – eine Kombination aus analogen und virtuellen Kompetenzen.
Lehrer müssten befähigt werden, mit KI umzugehen. Statt autoritärem Unterricht für 30 Kinder brauche es Coaches, die Schüler individuell begleiten, unterstützt durch KI-gestütztes personalisiertes Lernen. Die Analogie zum Taschenrechner verdeutlicht Fabians Ansatz: "Der Taschenrechner wurde auch nicht verboten, sondern hat dazu geführt, dass die Mathematik schwieriger wurde in der Schule." Genauso sollte ChatGPT nicht verboten, sondern als Werkzeug genutzt werden, das Schüler lehrt, KI zu hinterfragen und Fakten zu checken.
Für die Zuhörer gibt Fabian konkrete Empfehlungen: Sein Buch "KI-Nation" lesen (20 Euro Selbstkosten), die Rise of AI Konferenz besuchen, Newsletter wie die AI Nauten abonnieren, und vor allem: selbst mit KI experimentieren. Mit Mid-Journey Bilder generieren, mit Flux neuronale Netze entwickeln, Custom GPTs für eigene E-Mails und Reportings bauen. "Wenn ich 10 Minuten oder eine halbe Stunde investiere, um zu verstehen, wie die KI funktioniert, spare ich mir jeden Tag 20 Minuten."
Infrastruktur: Der fehlende Rechenpower
Deutschland und Europa haben ein massives Infrastrukturproblem. Im Gespräch mit einem Nvidia-Partner erfuhr Fabian, dass aktuell keine GPU-Kapazitäten auf europäischen Hyperscalern wie Google Cloud, AWS oder Azure verfügbar sind. GPUs sind essenziell für das Training neuronaler Netze und großer Sprachmodelle. Die Amerikaner haben den europäischen Markt als nicht wichtig eingestuft und horten ihre Chips national. Selbst wenn deutsche Unternehmen KI entwickeln wollen, warten sie monatelang auf Rechenkapazitäten, die sie eigentlich sofort bräuchten.
Fabians Forderung: Deutschland müsste massiv in Rechenzentren investieren – nicht staatlich betrieben, sondern privat. Die 30 Milliarden, die Intel für eine Chipfabrik in Deutschland investieren wollte, wären besser in intelligente Rechenzentren angelegt. Diese Infrastruktur wird nicht nur für KI benötigt, sondern auch für Digital Twins, Metaverse und Augmented Reality.
Für die meisten Unternehmen ist dieser Engpass jedoch noch nicht akut. Fabian rät: Zunächst bestehende KI-Tools aus der Cloud nutzen. Beispiele: Dealcode automatisiert Kaltansprache im Sales, diverse Tools automatisieren Kundensupport mit Sentiment-Analyse in Echtzeit. Ein Investor berichtete von einer Firma, deren Callcenter-Agenten durch KI-Unterstützung 30 Prozent höhere Umsätze erreichten – die KI analysierte in Echtzeit die Stimmung des Kunden und schlug passende Angebote vor.
Politik: Der fehlende Wille
Warum macht die Politik nichts? Fabians Antwort ist unbequem: "Weil wir es demokratisch nicht verlangen." Keine Partei hat ein Zukunftskonzept, weil die Bevölkerung es nicht erwartet. Statt über Zukunft diskutiert Deutschland über Migranten und Sozialgeld – "Wir sind schon lange im Verteilungskampf."
Fabian fordert ein Zukunftsministerium auf EU- und Bundesebene, mit echten Kompetenzen und Budget – nicht zahnlos wie das Wirtschaftsministerium. Er kritisiert die deutsche "Behörde für Technologiefolgenabschätzung": "Das ist unser Selbstverständnis von Technologie. Wir müssen erstmal die Technologiefolgen abschätzen und darüber nachdenken, ob wir das überhaupt wollen." Stattdessen müsse Deutschland akzeptieren: Die Zukunft ist bereits real, wir müssen sie nur für uns real machen.
Im Bundestag gibt es vielleicht fünf bis zehn Abgeordnete mit digitaler Kompetenz – und keinen politischen Willen in keiner Partei. Fabian nennt die FDP als einzige Partei, die es vielleicht könnte – "und die fliegt gerade aus dem Bundestag." Die Verantwortung liegt bei den Bürgern: Sie müssen von den demokratischen Parteien verlangen, dass diese Konzepte entwickeln, wie Deutschland wettbewerbsfähig bleibt.
Die bevorstehende Bundestagswahl 2025 sieht Fabian skeptisch. Deutschland führt einen Abwehrkampf gegen die AfD, statt sich auf Zukunftsthemen zu konzentrieren. Die AfD ist für ihn nur ein Symptom, nicht die Ursache: Menschen merken, dass die Welt zu komplex geworden ist, und wollen einfache Antworten – die es aber nicht gibt. "Trump und die AfD spielen da wunderbar drauf los", warnt Fabian. Statt Angst brauche es Optimismus – doch "Optimismus für eine bessere Zukunft kostet Energie."
Finanzierung: Die fehlenden Milliarden
Fabian kritisiert scharf die mangelnden Investitionen deutscher Vermögender. Er nennt die Dieter Schwarz Stiftung (Lidl/Schwarz-Gruppe) und Frau Klatten (BMW) als vorbildliche Ausnahmen, die Old-Economy-Kapital in neue Technologie und Bildung investieren. Seine provokante Forderung: "Jeder, der mehr als 100 Millionen auf dem Konto hat und nicht so aktiv ist wie Dieter Schwarz, sollte sich schämen."
Das Problem: 95 Prozent der reichen Deutschen sitzen auf ihrem Geld und investieren nicht in Venture Capital oder Fund-of-Funds. Stattdessen betreiben sie Cherry-Picking und investieren direkt – was meist scheitert, weil ein Family Office kein Vollzeit-Investor ist. Professionelle VCs schauen sich 5.000 Firmen pro Jahr an und finanzieren fünf – eine Quote von 1:1.000. Family Offices schauen sich 20 Firmen an, treffen schlechte Entscheidungen, sind frustriert und hören auf.
Fabians Empfehlung: Jeder Deutsche mit einem Nettovermögen von 5 Millionen Euro sollte mindestens 1 Prozent in Krypto und 10 Prozent in Venture Capital anlegen. Der AI Fund, bei dem Fabian Gründungspartner ist, macht genau das: Deutsches Geld von deutschen Familien nehmen und in die besten KI-Startups investieren. Das schafft nicht nur Rendite, sondern auch Innovationstransfer, Marktzugang und Netzwerk für die investierenden Unternehmen.
Die Bundesregierung hat kürzlich 12 Milliarden Euro für den Markt angekündigt – "da fehlen noch 100 Milliarden", kommentiert Fabian. Immerhin beteiligen sich jetzt auch Allianz und andere Großkonzerne. Innovation entsteht primär in Startups, die der Mittelstand von übermorgen und die Großkonzerne von nächstem Jahr sind.
Entbürokratisierung: Der Staat als Bremse
Der deutsche Verwaltungsstaat ist für Fabian das größte ungenutzte KI-Potenzial. "Der Staat ist der größte Wirtschaftsakteur in unserem Land" – 50 Prozent aller Steuergelder fließen dorthin. Würde der Staat KI nutzen, wäre er nicht nur Treiber für Startups, sondern würde auch die höchste Rendite erzielen.
Fabians Beispiel aus der Krankenkasse: Die Firma AXB von Ramin bietet an, dass Rechnungen von privaten Krankenkassen automatisiert durch KI geprüft werden. Früher dauerte es sechs Wochen, bis ein Sachbearbeiter die Zahnarztrechnung prüfte – heute eine Minute. "Win-Win für alle. Ich warte weniger, ich kriege mein Geld schneller, ein Mensch braucht nicht sechs Wochen dafür und alle sind zufrieden."
Dasselbe Prinzip könnte überall gelten: Bürgergeld, BAföG, Baugenehmigungen – alles könnte in Minuten statt Monaten bearbeitet werden. Ein Chatbot könnte fehlende Dokumente direkt erfragen, statt wochenlang Briefe hin und her zu schicken. Das System scheitert an fehlender Vernetzung der Datenbanken und einer Kultur, die auf Betrugsprävention statt Grundvertrauen setzt.
Fabians persönliche Elterngeld-Odyssee illustriert das Problem: Er musste 80 Seiten Papier ausdrucken und sechs Briefe schreiben, obwohl alle Informationen bereits in staatlichen Datenbanken vorlagen. Sein Antrag wurde abgelehnt, weil er das "falsche Original" einer Geburtsurkunde eingereicht hatte – drei identische Originale, aber nur eines wurde akzeptiert. "Unser System basiert darauf, Betrug zu verhindern und macht deswegen virtuelle Schikanen für alle ehrlichen Menschen."
Die Lösung: Grundvertrauen in die 95 Prozent ehrlichen Menschen, automatische Genehmigung, und KI-gestützte Betrugsüberprüfung im Nachhinein. Das würde Mitarbeiter entlasten, Unternehmen entlasten und das Volk in seiner Frustration befriedigen. Doch das funktioniert nicht im aktuellen System – "Die Widerstände, den Staat zu reformieren, das funktioniert nicht im aktuellen System."
"Unser System basiert darauf, Betrug zu verhindern und macht deswegen virtuelle Schikanen für alle ehrlichen Menschen."
Taiwan-Krise: Das unterschätzte Risiko
Fabian warnt eindringlich vor einem Szenario, das zu wenig Beachtung findet: Was passiert, wenn China Taiwan annektiert und damit die globale Chip-Produktion kontrolliert? "Jeder Deutsche kann mal darüber nachdenken, was passiert, wenn ich zwei Jahre keine Chips mehr aus Taiwan kriege oder drei Jahre oder vier Jahre oder fünf Jahre oder auf ewig."
Deutschland hat keine Infrastruktur, um ohne Taiwan auszukommen. Die Amerikaner bauen bereits massiv Fabriken im Inland – "Die sagen zu den Chinesen, ihr dürft erst Taiwan euch schnappen, wenn wir selber genug Fabriken haben, unsere Chips selbst zu produzieren." Diese Chips werden sie Europa nur für sehr viel Geld verkaufen oder selbst horten – genauso wie beim russischen Gas.
Das Great Reset Szenario um 2027 herum könnte genau diese Taiwan-Krise sein. Ohne Chips läuft keine Elektronik mehr in Deutschland. BASF-Fabriken in China sind dann unser geringstes Problem. Fabian bereitet sich auf solche Szenarien vor: "Ich bin Prepper. Ich bereite mich darauf vor, dass der Strom weg ist." Die Hälfte seiner Zeit lebt er in Technologie, die andere Hälfte autark im Wald.
Die drei Szenarien für Deutschland
Fabian skizziert drei mögliche Zukunftspfade:
Szenario 1: Status Quo weiterführen. Deutschland siechen dahin, Brücken zerfallen, Schulen werden schlechter, Lehrermangel nimmt zu. Das richtig gute Talent wandert bereits ab – nach Silicon Valley zum Studium oder Arbeiten. "Die Top-Leute sind schon lange nicht mehr hier." Wer in Deutschland bleibt, tut dies aus privaten, nicht beruflichen Gründen.
Szenario 2: Ehrliches Eingeständnis. Bundeskanzler Scholz könnte sich hinstellen und sagen: "Liebes Volk, we're failed." Deutschland ist keine Champions-League-Nation mehr und versucht auch nicht mehr aufzusteigen. Stattdessen richtet sich das Land in der zweiten Liga ein. Das wäre ehrlich – würde aber bedeuten, dass Deutschland schrumpft und immer weniger Kuchen zu verteilen hat. Eine Alternative: grünes Wachstum, also Konzentration auf erneuerbare Energien und emissionsfreie Städte, bei gleichzeitiger Akzeptanz des industriellen Schrumpfens.
Szenario 3: Radikale Transformation. Deutschland investiert massiv in KI und Zukunftstechnologien, reformiert Bildung und Verwaltung, trifft unbequeme Entscheidungen. Das würde bedeuten: Die komplette Industrie digitalisieren, Produktionsstraßen autonom arbeiten lassen, jeden Mitarbeiter mit KI-Tools ausstatten. "Jedes Unternehmen, das heute analog ist, muss virtuell sein. Das muss in fünf Jahren komplett virtuell in der Cloud simuliert sein können."
Fabian bevorzugt klar Szenario 3, sieht aber aktuell keine Anzeichen dafür. Seine Bedingung für einen Eintritt in die Politik: "Nur, wenn ich für fünf Jahre absolute Macht kriege, ganz unangenehme Entscheidungen zu treffen. Danach setze ich mich zur Ruhe."
Die Zukunft der KI: Agentensysteme
Auf die Frage, wo die KI Ende 2025 stehen wird, nennt Fabian zwei Trends: Agentensysteme und Multimodalität. Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine wird kontinuierlich besser. Bald braucht niemand mehr technisches Verständnis – die Maschine erledigt alles: Sales-Zahlen aufbereiten, Reportings erstellen, E-Mails beantworten.
Aktuell arbeiten Nutzer mit isolierten Systemen: ChatGPT, Claude, Mistral, CRM-Systeme – alles Silos. Die Entwicklung geht dahin, dass eine Meta-KI mehrere KIs anspielt. Beispiel: "Ich brauche einen White Paper zu dem Thema, wie können wir mit KI unsere Firma reformieren." Die Meta-KI analysiert Unternehmensdaten, gibt Befehle an spezialisierte KIs weiter, die Grafiken erstellen, Daten auswerten, alles aufbereiten – "Du kriegst das gar nicht mit, sondern du kriegst nur das Ergebnis mit."
Firmen wie DataIQ bieten bereits Plattformen für solche Agentensysteme. Die Vision: Ein Befehl, ein langes Briefing, und die KI arbeitet stundenlang wie ein Berater – nur schneller, günstiger, effektiver. "Wir werden immer mehr zum Manager der Maschinen." Das ist die Zukunft der Arbeit.
Kernaussagen
- "Deutschland wird jeden Tag etwas ärmer, weil Technologie Wohlstand generiert und nicht mehr Arbeitskraft." – Der Schlüssel zu nationalem Wohlstand liegt heute in technologischer Wertschöpfung, nicht in traditioneller Arbeitskraft.
- "Wir sind fett und faul geworden als Gesellschaft. Wir leben von den Früchten und Erfinderungen aus dem Kaiserreich." – Deutschlands Industrie basiert auf historischen Erfindungen ohne ausreichende Reinvestition in Innovation.
- "Jeder, der mehr als 100 Millionen auf dem Konto hat und nicht so aktiv ist wie Dieter Schwarz, sollte sich schämen." – Vermögende Deutsche müssen in Venture Capital und Innovation investieren statt auf ihrem Geld zu sitzen.
- "Wir brauchen eigentlich einen deutschen Therapeuten. Wir müssen eigentlich in jedem Deutschen einmal Therapien." – Deutschland braucht eine kollektive Mentalitätswende, um die eigene Trägheit zu überwinden.
- "Die Alternative ist gerade, wir machen den Status Quo so weiter, das heißt, wir siechen dahin." – Ohne Veränderung droht Deutschland ein schleichender Niedergang bei zerfallender Infrastruktur und Talentabwanderung.
- "Der Taschenrechner wurde auch nicht verboten, sondern hat dazu geführt, dass die Mathematik schwieriger wurde in der Schule." – KI-Tools wie ChatGPT sollten als Lernwerkzeuge integriert werden, nicht verboten.
- "Unser System basiert darauf, Betrug zu verhindern und macht deswegen virtuelle Schikanen für alle ehrlichen Menschen." – Der Verwaltungsstaat muss von Betrugsprävention zu Grundvertrauen wechseln.
Fazit und Takeaways
Für Unternehmer und Führungskräfte
- Sofort starten: Nicht auf die perfekte Lösung warten. Bestehende KI-Tools wie Dealcode, HubSpot-Integrationen oder Support-Automatisierung aus der Cloud nutzen. Diese Tools existieren bereits, sind bezahlbar und liefern schnell ROI.
- Mitarbeiter befähigen: Jeder Mitarbeiter sollte zum Teil-Zeit-Prompt-Ingenieur werden. Früher haben wir gelernt zu googeln, heute lernen wir zu prompten. ChatGPT-Plus-Accounts für alle, Custom GPTs für wiederkehrende Aufgaben bauen.
- Von Verwaltung zu Produktion: Zunächst nicht-funktionale Bereiche digitalisieren – Marketing, Sales, Recruiting, Controlling. Erst dann in die Produktion gehen und Hardware mit Software-Intelligenz anreichern. Das Ziel: 80 Prozent Marge wie Nvidia.
- Investieren statt abwarten: Wer Vermögen hat, sollte in Venture Capital und Fund-of-Funds investieren, nicht Cherry-Picking betreiben. Der Mittelstand von übermorgen entsteht heute in Startups.
Für Politik und Verwaltung
- Digitalisierung als Priorität: Der Staat muss zum größten deutschen KI-Anwender werden. Automatisierte Bearbeitung von Bürgergeld, BAföG, Baugenehmigungen würde Mitarbeiter entlasten, Kosten senken und Bürger zufriedener machen.
- Grundvertrauen statt Betrugsfokus: 95 Prozent der Menschen sind ehrlich. Automatisch genehmigen, KI-gestützt im Nachhinein prüfen – statt alle mit Bürokratie zu bestrafen.
- Zukunftsministerium schaffen: Ein Ministerium mit echten Kompetenzen und Budget, das eine zukunftsgewandte Politik für die nächste Generation entwickelt – nicht nur Technologiefolgen abschätzt.
Für Einzelpersonen
- Selbst lernen: Fabians Buch "KI-Nation" lesen, Newsletter wie AI Nauten abonnieren, mit Mid-Journey, Flux, ChatGPT experimentieren. 10 Minuten Investment sparen täglich 20 Minuten.
- Politisch aktiv werden: Von Abgeordneten Zukunftskonzepte einfordern. Demokratie bedeutet, unbequeme Fragen zu stellen und Druck zu machen.
- Finanziell vorbereiten: Wer kann, sollte in Venture Capital, Krypto und europäische Tech-Aktien investieren – vom Boom profitieren, nicht nur zusehen.
Die Kernbotschaft
Deutschland steht an einem Scheideweg. Ohne radikale Umkehr droht der Abstieg zur zweiten Liga – ein reiches, träges Land, das von seiner Vergangenheit lebt, während USA und China die Zukunft gestalten. Doch es gibt eine Alternative: Massiv in Bildung, Infrastruktur und Innovation investieren, den Staat digitalisieren, Bürokratie abbauen, und eine Kultur des Optimismus schaffen. Das erfordert unbequeme Entscheidungen, Mut und Energie. Aber die Chance ist da – wenn wir sie ergreifen. "Wir müssen Deutschland retten."
Zum Gast: Fabian Westerheide



